Allgemein
Oktober 2017

Hochpräzise Produkte benötigen exakte Prozesse

Als akkreditierte Konformitätsbewertungsstelle ist Feinmess Suhl auch Partner der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. Der Hersteller von Präzisionsmesstechnik mit langer Tradition bietet im eigenen akkreditierten Prüflabor auch die Kalibrierung einer großen Bandbreite an Längenmessmitteln an – sowohl aus eigener Produktion wie auch von Drittanbietern.

Die Weltwirtschaft fordert zunehmend austauschbare und standardisierte Fertigungsteile, die auf dem Prinzip „Messen mit dem gleichen Maß“ beruhen. Insbesondere die Automobilindustrie fordert mit ihrer Qualitätsmanagementnorm IATF 16949 explizit, dass sämtliche verwendeten Messmittel regelmäßig durch ein für die jeweilige Messgröße akkreditiertes Prüflabor kalibriert werden. Diese Aufgabe übernimmt in Deutschland die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) zusammen mit Prüf- und Kalibrierlaboren, die von der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) zugelassen sind.

Zu den DAkkS-akkreditierten Laboren für die Kalibrierung von Längenmessmitteln zählt das Prüf- und Kalibrierlabor der Feinmess Suhl GmbH (FMS) mit der Akkreditierungsnummer D-K-15131-01-00. Das Unternehmen mit Standort in Suhl ist Teil der Steinmeyer-Gruppe.

Der klimatisierte Messraum des Labors übertrifft mit seiner Temperaturstabilität von +/- 0,2 Grad Celsius pro Stunde und Meter die Güteklasse 2, die für Feinmessräume eine Regelqualität von +/- 0,5 Grad fordert. „Als Partner der PTB sind wir nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert und nach DIN EN ISO 17025:2005 akkreditiert“, erklärt Nils Blondin, Geschäftsführer von FMS, „unsere Normale sind direkt auf die Normale der PTB rückführbar. Dies garantieren wir durch die regelmäßige Kalibrierung unserer Längenprüfmittel, darunter zwei Laser-Interferometer, in der PTB.

Service für Bandmaßprüfgeräte

Der traditionsreiche Hersteller von Präzisionsmesstechnik verfügt über nahezu 140 Jahre Erfahrung und Fachkompetenz in der Längenmesstechnik. Sämtliche Messsysteme und Messmittel aus der eigenen Produktion werden vor der Auslieferung an den Kunden im unternehmenseigenen Kalibrierlabor geprüft.

FMS bietet als einziges Prüflabor in Deutschland die Kalibrierung von Bandmaßprüfgeräten bis zehn Meter und Umfangsbandmaßen an. Für die Kali­brierung von (Roll-) Bandmaßen gibt es lediglich ein weiteres deutsches Prüflabor, das diese Leistung im Portfolio hat. Weitere Besonderheiten kennzeichnen das DAkkS-Labor von FMS: Obwohl das Labor zum Unternehmen gehört, werden Produkte von Drittanbietern kalibriert. Doch anders als freie Labore ist FMS in der Lage, Produkte aus der eigenen Herstellung, die zum Kalibrieren eingeschickt wurden, falls erforderlich sofort zu reparieren.

„Unser Service lässt sich mit der Tüv-Prüfung durch eine zertifizierte Autowerkstatt vergleichen. Auch dort werden prüfungsrelevante Mängel noch vor der eigentlichen Abnahme behoben. Damit erspart sich der Fahrzeugbesitzer den Aufwand eines zweiten Vorführens seines Wagens und die damit verbundene erneut fällige Prüfgebühr. Gleiches gilt auch für die Kalibrierung von Messmitteln und Prüfgeräten aus unserer Produktion“, erläutert Blondin und ergänzt: „Unser Service hört mit der Auslieferung unserer Produkte nicht auf.“

Dazu bietet FMS neben dem Kali­brierservice „auf Zuruf“ auch Wartungsverträge über die Lebensdauer der Mess- und Prüfmittel sowie die gesamte Prüfmittelverwaltung inklusive Terminverfolgung in einer entsprechenden Datenbank an. Der Kunde muss sich nicht um die Einhaltung der Rekalibrierfristen kümmern. Stattdessen ruft FMS die Prüfmittel rechtzeitig zur Nachkalibrierung bei seinen Kunden oder vereinbart einen Termin beim Kunden vor Ort.

Kalibrierung beim Kunden

Handmessmittel wie Ringe, Dorne oder Messschrauben, die der Anwender typischerweise nicht ortsgebunden einsetzt, werden gewöhnlich vom Kunden selbst zur Kalibrierung ins FMS-Prüflabor geschickt, dort überprüft und kalibriert wieder zurück geschickt. Viele Kunden prüfen ihre Handmessmittel auch selbst. Die zu diesem Zweck benötigten ortsgebundenen Prüfgeräte müssen ebenfalls in regelmäßigen Abständen einer Kalibrierung unterzogen werden.

Das Team von FMS kalibriert große, ortsgebunden eingesetzte sowie hochgenaue, besonders empfindliche Messsysteme wie Messuhren- und Feinzeigerprüfgeräte bis 100 Millimeter, Bandmaßprüfgeräte bis 10.000 Millimeter und horizontale Längenmessgeräte bis 10.000 Millimeter sowie Endmaßprüfplätze direkt beim Kunden vor Ort – in Europa wie in China, Costa Rica, Usbekistan oder Südafrika. Dazu informieren sich die Experten mit Eingehen der Anfrage umfassend über das zu kalibrierende Gerät – insbesondere, wenn es sich um das Messsystem eines anderen Herstellers handelt. „Darüber hinaus erfragen wir die Umgebungsbedingungen beim Kunden“, sagt Blondin, „und falls diese nicht den DAkkS-Vorgaben entsprechen, können wir nur eine Werks- statt einer DAkkS-Kalibrierung durchführen.“

Anschließend werden die notwendigen Arbeitsgeräte, Hilfsmittel und das Laser-Interferometer, das wichtig­ste Werkzeug für die Kalibrierung von Längenmesssystemen, per Auto oder Luftfracht zum Kunden geschickt. Insbesondere das Laser-Interferometer muss vor der Kalibrierung mehrere Stunden, idealerweise über Nacht oder sogar 24 Stunden vorher im klimatisierten Prüfraum beim Kunden stehen, um DAkkS-konforme Kalibrierungen durchführen zu können. Auf diese Weise gewährleistet die Vor-Ort-Kalibrierung höchste Präzision unter den Umgebungsbedingungen des Anwenders und geringste Ausfallzeiten der Messmittel. In jedem Fall erhält der Kunde sämtliche Daten und Prüfergebnisse, um diese im Rahmen seines Qualitätsmanagements in sein CAQ-System einfließen zu lassen.

DAkkS-Akkreditierung

Als DAkkS-akkreditiertes Labor und Partner der PTB verfügt FMS über ein Qualitätsmanagementsystem und unterzieht sich alle anderthalb Jahre einer Überprüfung durch die DAkkS. Die Akkreditierung selbst muss alle fünf Jahre neu vorgenommen werden. Damit ist sie wesentlich anspruchsvoller als andere ISO-QS-Audits. „Das DAkkS-Team prüft absolut alles: Angefangen von den Laborwerten, den realen Messwerten sowie der Ausstattung und Klimatisierung des Labors über die Eignung des Laborleiters und der Mitarbeiter, die über Sachkundenachweise zu erbringen sind“, berichtet Blondin. Nicht zuletzt muss die Rückführung der FMS-Längennormale auf die Normale der PTB nachgewiesen werden. Dazu werden die beiden Laser-Interferometer alle zwei Jahre zur Kalibrierung in die PTB geschickt.

„Das ist alles nicht ganz unkompliziert“, meint Blondin. Doch seine Mitarbeiter verfügten über das erforderliche Know-how, zudem steht der Leiter des Kalibrierlabors in stetem Kontakt mit der Fertigung. Auf diese Weise sind die entscheidenden Spezialisten jederzeit greifbar. Wie FMS kontinuierlich seine Messmittel und Prüfgeräte optimiert und das Produktspektrum erweitert, so vergrößert sich auch der Umfang der akkreditierten Messgrößen und damit das Serviceangebot des unternehmenseigenen DAkkS-Labors stetig.

www.feinmess-suhl.com

 

KNOW-HOW

Definition: Ein Meter

Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts hatte die aufkommende Industrialisierung die Festlegung einheitlicher und verbindlicher Maßeinheiten erforderlich gemacht. Als Maßverkörperung der Längeneinheit Meter wurde damals mit dem Urmeter in Paris der zehnmillionste Teil des Viertels des meridionalen Erdumfangs – also die Strecke vom Pol zum Äquator – definiert. Er war das erste allgemein verbindliche Normal, auf das alle Längenmessmittel zurückgeführt werden. Inzwischen wurde ein Meter als die Länge der Strecke definiert, die das Licht im Vakuum innerhalb des Bruchteils einer 299792458stel Sekunde zurücklegt.

 

Deutsche Akkreditierungsstelle

Die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) ist die nationale Akkreditierungsstelle mit Sitz in Berlin. Das DAkkS-Labor von FMS bietet die Kalibrierung von Messmitteln und Prüfgeräten an:

www.dakks.de/content/akkreditierte-stellen-dakks