Allgemein
Juni 2017

Hersteller sehen Digitalisierung als Chance

Sensorik und Messtechnik: Umsatz, Investitionen und Exporte im Aufwärtstrend
„Sensorik und Messtechnik befinden sich auf der Überholspur – verglichen mit der deutschen Industrie insgesamt“, fasst Dr. Thomas Simmons, Geschäftsführer des AMA Verbands für Sensorik und Messtechnik, die Branchenergebnisse der traditionellen Jahresumfrage zusammen.

Die Hersteller von Sensorik und Messtechnik verzeichnen einen guten Jahresbeginn. „Der Start in das Jahr 2017 erlaubt eine optimistische Prognose“, erklärte Simmons, Geschäftsführer des AMA Verbands für Sensorik und Messtechnik in Nürnberg. Der Verband erwartet eine Steigerung der Umsätze um fünf Prozent, ergab die traditionelle Umfrage unter den Mitgliedern.

Statistik Umsatz Sensorik und Messtechnik 2016. Quelle: AMA

Die Branche der Sensorik und Messtechnik präsentierte sich im Jahr 2016 insgesamt auf Wachstumskurs. Im vergangenen Jahr haben die Unternehmen bereits ein deutliches Plus erzielt: Der Umsatz der Branche stieg um vier Prozent. Im Durchschnitt kletterte der Index seit 2005 um sechs Prozent jährlich. Mit diesem Ergebnis hat sich die Sensorik und Messtechnik deutlich positiv von der Entwicklung des produzierenden Gewerbes abgesetzt, die im zurückliegenden Jahr nahezu stagnierte.
Die freundliche Grundstimmung zeigt sich auch in der Investitionsfreude der Branche. Die AMA-Mitglieder investieren im Geschäftsjahr 2017 voraussichtlich zwei Prozent mehr als im Vorjahr. 2016 waren die Investitionen um fünf Prozent erhöht worden. Parallel zu dieser wirtschaftlichen Entwicklung rechnet die Branche wie im Vorjahr erneut mit einem Personalaufbau um drei Prozent.
Der Erfolg der Branche spiegelt sich in einem deutlichen Anstieg der Exportquote. Die Lieferungen ins Ausland legten um sieben Prozentpunkte auf 58 Prozent zu. Auffällig ist, dass die Exporte ins europäische Ausland um sieben Punkte auf 36 Prozent zulegten, während sie ins nicht-europäische Ausland nahezu unverändert blieben.
Das Thema Industrie 4.0 bewegt die Branche. Der Verband befragte seine Mitglieder zu den Chancen und Risiken von Digitalisierung und Vernetzung der industriellen Produktion. 88 Prozent der AMA-Mitglieder bewerten die Entwicklung als eine sehr gute Chance für mehr Wachstum in Sensorik und Messtechnik, während sich nur zehn Prozent unentschlossen zeigten.
„Betrachten wir die gesellschaftlichen Zukunftsprojekte, finden wir Themen wie CO2-neutrale, energieeffiziente und klimaangepasste Städte, den intelligenten Umbau der Energieversorgung, nachhaltige Mobilität, internetbasierende Dienste für die Wirtschaft, Industrie 4.0 und sichere Identität“, berichtete Simmons. Diese Projekte zeigen „bereits heute die Herausforderungen von morgen“ so Simmons, „erfreulich für unsere Branche ist, dass die Lösungsansätze auf den Daten basieren, die Sensoren liefern und die Messtechnik auswertet. Damit bietet die Zukunft unseren Mitgliedern eine Vielzahl von Chancen, um die anstehenden Veränderungen positiv zu gestalten.“
Zum 17. Mal wird der AMA-Innovationspreis verliehen, um den sich 41 Forscher- und Entwicklerteams beworben haben. „Die Qualität der Einreichungen ist hoch“, berichtet Prof. Andreas Schütze zu den fünf Nominierungen. Darunter ist ein ausgewähltes Startup-Unternehmen: Den Sonderpreis hat das Team um Jens Karsten Lange, SLT Sensor- und Lasertechnik GmbH in Wildau und Vertreter der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Berlin, erhalten.
Das Team entwickelte Detektoren zur absoluten Leistungsmessung im Terahertzspektralbereich. Die besondere Herausforderung bestand in fehlenden kalibrierten Detektoren, die für die Bewertung der Leistung von Time-Domain-Spektroskopie-Systemen verschiedener Hersteller eingesetzt werden können. Dazu fehlten bisher drei Eigenschaften: Breitbandigkeit, Großflächigkeit und hohe Empfindlichkeit. Die entwickelten Sensoren erfüllen diese Forderungen.Eine bemerkenswerte Aktualität der erforschten Themen konstatiert Schütze bei den Einreichungen. Untersucht wurde die Abgasüberwachung ebenso wie Umweltthemen, beispielsweise zur Einhaltung der Umweltzonen auf den Weltmeeren.

 

Messe Sensor + Test
Mit dem Sonderthema „Vernetzte Messtechnik für mobile Anwendungen“ widmet sich die Fachmesse „Sensor + Test“, die vom 30. Mai bis 1. Juni in Nürnberg stattfindet, dem Trend zu Industrie 4.0. Ein hoher Stand der Anmeldungen lässt Holger Bödeker, AMA Service GmbH, darauf hoffen, die Zahl von 600 Ausstellern zu erreichen. Der Messechef erwartet 9000 Besucher. Das Sonderthema trägt der wachsenden Bedeutung von Sensoren, Mess- und Prüfsystemen in der vernetzten Umgebung Rechnung.